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 Die Gattung Mammillaria

 

Die ersten Kakteen erreichten Europa nach der Entdeckung Amerikas nach 1492. Allerdings waren ausgerechnet die etwas schwierigen Melokakteen die ersten Pflanzen, die dann meist als Kakteenleichen Europa erreichten. Auch die Einführung von Samen brachte bis Mitte des 16. Jahrhunderts kaum Erfolg, da es einfach an Kenntnissen der Eigenarten dieser Pflanzen in der bisher bekannten Welt fehlte. Allerdings erregten die exotischen Pflanzen bald das Interesse vor allem des Adels und so entstanden die ersten Sammlungen. Der richtige Kakteenrausch begann dann Ende des 18. Jahrhunderts.

Eine erste Beschreibung erschien 1797 bei Linné als Cactus mammillaris. Hieraus wurde dann 1812 durch Haworth Mammillaria mammillaris, die Leitart der Gattung. Der Name ist abgeleitet vom lateinischen mammilla = die weibliche Brustwarze. Zu dieser Zeit gehörten praktisch noch alle Kakteen mit Warzen zu dieser Gattung. Dies änderte sich im Laufe der weiteren Erforschung und zuletzt wurden die Gattungen Coryphantha, Escobaria und Neolloydia abgetrennt. Nun sind Pflanzen allgemein und damit auch die Mammillarien kein Bereich wie die Mathematik, bei der man über eine entsprechende Beweisführung absolut richtige Tatsachen wie 3+3=6 festlegen kann. Im Pflanzenreich ist es oft der Ansicht eines Autors überlassen, wie er einzelne Merkmale bewertet. So ist es bis heute auch bei den Mammillarien und so geht die Diskussion weiter ob nun Dolichothele, Mamillopsis, Mammilloydia und Cochemiea eigene Gattungen oder Untergattungen von Mammillaria sind. Aber dies soll uns hier nicht stören, ebenso wenig wie die Einordnung der einzelnen Arten innerhalb der Gattung. Hierüber diskutieren Pflanzenliebhaber und Botaniker seit 300 Jahren und werden es auch in Zukunft weiter tun. Für uns ist die Freude an der Schönheit der Pflanzen das Wichtigste.

 

Die aus den südlichen Länder bekannten Ohrenkakteen oder Opuntien und die Mammillarien sind die artenreichsten Kakteengattungen ohne das man genau sagen kann, wie viele Arten es tatsächlich gibt, denn da kommt wieder der Standpunkt des Betrachters ins Spiel. Gärtner wie z.B. der leider schon verstorbene Werner Reppenhagen wollen Pflanzen bei unterschiedlichen Merkmalen auch mit einem eigenen Namen benennen, während die Botaniker wie Dr. Lüthy und Dr. Hunt dies anders aber keineswegs gleich sehen. Doch nun endlich Schluss mit der Theorie.

 

Das Verbreitungsgebiet der Mammillarien zwischen den Südstaaten der USA (Utah, Kalifornien, Arizona, Neumexiko und Texas) über Mittelamerika bis in den Norden von Südamerika (Kolumbien, Venezuela). Wie bei einer so weitverbreiteten und artenreichen Gattung, sagen wir als Mittel einmal rund 300 Arten, gibt es die verschiedensten Formen. Hier sind flach bleibende Arten mit einem maximalen Durchmesser von ca. 25 cm ebenso vertreten wie säulenförmige mit höchstens 30 cm Höhe vertreten. Sie können als ausgewachsene Pflanzen auch nur einen Durchmesser von ca.1,5 cm aufweisen. Manche Arten bleiben einzeln, andere wieder sprossen sehr stark und bilden Polster von über 1 m Durchmesser mit weit über 100 Einzelköpfen. Ähnlich vielseitig sind die Blüten, die oft nur einen Durchmesser von 5 mm haben, aber auch 4 – 5 cm groß sein können. Genauso unterschiedlich ist die Bedornung. Sie schwankt von feinen flaumigen Dornen bis zu einzelnen 8-10 cm langen und kräftigen Dornen. Kakteen haben übrigens botanisch korrekt keine Stacheln sondern Dornen. Viele Arten zeigen auch schöne Früchte.

 

Sieht man einmal von einigen wenigen heiklen Arten ab, die aber im normalen Blumenhandel nicht erhältlich sind, ist die Pflege recht einfach. Nicht unter 5°C und trocken im Winter, im Sommer aber viel Licht und auch entsprechend Wasser in einer gut wasserdurchlässigen Erde. So kann die Freude an einer Pflanze viele Jahre und Jahrzehnte dauern. Je weniger man von dem eigentlichen grünen Pflanzenkörper sieht, um so mehr Sonne vertragen die Pflanzen. Beachtet man dies nicht, so gibt es sehr schnell Sonnenbrand und die Pflanzen verlieren ihre Schönheit. Auch auf der Fensterbank erfreuen die Mammillarien häufig mit Blüten. Diese sind zwar wie schon gesagt nicht immer groß, aber dafür meist recht zahlreich, oft in mehreren Kränzen rund um die Pflanze angeordnet.

 

Möchten Sie mehr über diese schöne Gattung wissen, rufen Sie den Autor dieser Zeilen, Herrn Pillar, an (0541/445759) oder schauen Sie auf der Homepage des Arbeitskreises für Mammillarienfreunde e.V. (www.Mammillaria.eu) nach. Besuche sind nach telefonischer Terminabsprache gerne möglich.

 

Übrigens – auch die Aussaat von Mammillarien bringt wirklich viel Freude.

Bilder von Mammillarien im Fotoalbum

 

 

 

 

 

  

Verein der Kakteenfreunde Osnabrück e.V.